Startup Klischees 💭

Über den Berufsalltag in einem Startup kursieren viele Klischees. Vom Kühlschrank voller Bier, über den Office-Dog, bis hin zu Adiletten als Business Outfit - jeder scheint Bescheid zu wissen. Aber wie sieht die Realität wirklich aus? Becci hat über den Sommer ein Praktikum bei SUSHI Bikes gemacht und für dich einen Blick hinter die Kulissen geworfen. 🔍

 

Hier ist der Text von Becci, die viel mehr war als nur eine Praktikantin im Business Development. Danke für deine Zeit, deinen Ehrgeiz, deine Kritik - und dein Lachen, das jedem immer gute Laune gemacht hat! 

 

Arbeitet man wirklich soviel? Gibt es einen Office-Dog? - 4 Klischees über ein Startup wie SUSHI Bikes erklärt

Nach 2 Monaten bei SUSHI Bikes bin ich immer noch ein totaler Startup-Frischling. Davor war ich nur in größeren Unternehmen a la Konzernen tätig und hatte eine ganz konkrete Vorstellung aller Vorurteile, die man gegenüber Startups zu sagen pflegt. Nach meinen zwei Monaten ziehe ich jetzt einmal Bilanz und räume auf in dem Dschungel an Vorurteilen und Fragen. 

Tools wie Daily Stand-up, TGIM oder 1on1 (jaja, dazu komme ich gleich noch...) waren mir vor meiner SUSHI-Zeit fremd und erinnerten mich eher an Sportprogramme als an Business-Meetings. Doch was steckt wirklich hinter diesen Startup-Abkürzungen? Und wie werden diese bei SUSHI gelebt? Eine Reise durch 4 weit verbreitete Startup-Klischees und (vielleicht auch) Irrtümer. 

 

 

1: Ist man wirklich „always on“? 

Das wohl meist verbreitete “Klischee” über Startups ist, dass man Tag und Nacht arbeitet, besonders viele Überstunden macht und immer online ist. Urlaubs- oder Gleitzeittag? Fremdwort! 

Ich will hier auch keinen falschen Eindruck erwecken: Hinter der Gründung eines Unternehmens und dem Aufbau einer Marke steckt unheimlich viel Arbeit. Dem SUSHI-Gründer Andy geht derzeit niemals die Arbeit aus, eine flexible Abrufbarkeit wird von ihm jederzeit erwartet. 
Unser Arbeitsalltag bei SUSHI muss aber nicht direkt Stress und All-Nighters bedeuten. Vielmehr bedeutet unser Alltag besonders viel Freiheit im Einteilen der Aufgaben. Jeder Mitarbeiter ist selbstorganisiert dafür verantwortlich, die ihm zugeteilten Aufgaben abzuarbeiten und so einen Mehrwert für SUSHI und besonders all unsere SUSHI-Kunden da draußen zu schaffen. 

Natürlich kann eine vorgegebene Struktur mit Kernzeiten wie sie größere Unternehmen bieten können einem Mitarbeiter Sicherheit und Struktur geben. Auf der anderen Seite habe ich durch die mir bei SUSHI gegebene Flexibilität die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann ich eine Pause benötige und kann so meine produktiven Phasen bestmöglich nutzen. 

Klischee bei SUSHI erfüllt?  

Flexible Arbeitszeiten

 

 

2: Läuft jeder im typischen Startup-Hipster-Look umher?

Kurz zur Einordnung, was Startup-Hipster für mich bedeutet: Als Hipster-Look bezeichne ich einen Menschen, der vorrangig T-Shirt oder Hemden, Jeans und Sneaker kombiniert. Als Alternative zur Jeans gilt auch teilweise eine cozy geschnittene Anzughose als genehmigt (Hauptsache knöchelfrei oder fancy Socken). Mütze, Cap und/oder Brille können ebenso mit von der Partie sein; wenn es kühler wird, kommt dann teilweise noch die Strick-, Jeansjacke oder ein Parka über das Oberteil. Stylische Girls and Boys eben. 😉

Ok, let’s be honest: Während ich diesen Blogeintrag geschrieben habe, habe ich mich im Office-Space umgesehen und vier Holzfällerhemden und zwei cozy Anzughosen entdeckt - ich denke, das ist Zeichen genug. 

Dennoch ist das Tragen des Hipster-Looks kein Einstellungskriterium, das es zu erfüllen gibt. Vielmehr besitzt jeder Mitarbeiter selbst die Freiheit, so zur Arbeit zu kommen, wie er sich wohlfühlt - auf neudeutsch „come as you are“. Ein Business- oder besser gesagt Hipster-Dresscode ist nicht vorgeschrieben! Dennoch wird er bei uns - unbeabsichtigt - teils äußerst ausgeprägt gelebt. 

Klischee bei SUSHI erfüllt? 

Hipster Look im Startup

 

 

3: Bleibt überhaupt Zeit zum Arbeiten während all der fancy Startup-Meetingtechniken? Benutzt SUSHI Bikes diese auch? 

Also erstmal: Ja, es bleibt Zeit zum Arbeiten während der Meetings. Und auch bei uns gibt es klassische Nachmittage, wo es sehr still im Office Space ist und jeder konzentriert an seinen Aufgaben arbeitet - ganz ohne kurze Sprint-Meetings. Nichtsdestotrotz: Klar, benutzen wir „fancy Startup-Meetingtechniken“! Ein konkretes Beispiel ist das „Daily Stand-up", welches täglich von 12 bis 12:30 Uhr vor dem Mittagessen stattfindet. Allerdings hier sofort der Einwand und ein lauter Aufruf an alle Skeptiker: Das Stand-up hält niemanden vom Arbeiten ab. Ganz im Gegenteil: Wir im Team haben gemerkt, dass das Stand-up ein Abstimmen untereinander einfacher macht und dadurch dem ganzen Team hilft, effizienter und zielorientierter arbeiten zu können. Warum das so ist? Angelehnt an die Scrum-Technik und agile Organisation hat das Daily Stand-up eine ganz klar formulierte Agenda, von welcher nicht abgewichen wird: Jeder bereitet sich mit 4 Fragen auf das Stand-up vor, welche dann im Stand-up mit dem gesamten Team geteilt werden: 

  1. Wofür bin ich dankbar? 

  2. Woran hänge ich gerade? / Was belastet mich? 

  3. Was hast du gestern weggearbeitet? Was waren deine Erfolgserlebnisse?
  4. Was sind deine Top 3 To-Dos für heute? 


Während des Stand-ups können dann Themen kurz und knackig angesprochen und direkt geklärt werden, so dass jeder danach zielorientiert an den Themen weiterarbeiten kann. Außerdem bietet das Format die Möglichkeit, die KollegInnen besser kennenzulernen und eine vertraute Basis untereinander aufzubauen.

Klischee bei SUSHI erfüllt? 

Startup Meeting Techniken

 

Und kurz zur Erklärung der Begriffe oben: TGIM steht für „Thanks God, it’s Monday“ und beschreibt unser zweiwöchiges Afterwork-Event, bei welchem wir gemeinsame, sich wechselnde Aktivitäten planen und im Team private Zeit miteinander verbringen. Das ganze ist optional für jeden und gibt die Chance, mit den Kollegen einfach mal in einem anderen Setting miteinander zu tun zu haben. Das 1on1 ist analog zu einem kleinen Mitarbeitergespräch mit seinem „Vorgesetzten“ bei SUSHI, in welchem man alle möglichen Sorgen oder persönlichen Anliegen mit seiner Ansprechperson teilen kann. Das ganze findet alle zwei Wochen terminiert und sonst jederzeit auf Abruf statt - fancy Begriffe, hinter denen sich nach Erklärung eigentlich keine Sportprogramme verbergen - außer du willst das nächste 1on1 bei einem Lauf oder einer Bike-Tour stattfinden lassen. Dann kommt es nah an das Sportprogramm heran. 🥵 

 

 

4: Gibt es einen Office-Dog?

Um den Hundeliebhabern direkt die Hoffnung zu stehlen: Nein, wir haben leider (noch) keinen Office-Dog. Auch wenn Andy und Jan sich einen Hund wünschen würden und direkt Besitzansprüche an meinem privaten Hund erhoben haben, besitzen wir bei SUSHI derzeit keinen Office-Dog, der uns tagtäglich im Büro begleitet und bei Bedarf seelischen Kuschelbeistand leistet. 

Wieso einen Office-Dog? Ein Office-Dog soll generell die Gesundheit und den Teamgeist der Mitarbeiter fördern und insgesamt eine angenehmere Office-Atmosphäre schaffen. Alles positive Effekte, die einen durchschnittlichen Büroalltag definitiv bereichern können. Dennoch benötigt ein Office-Dog auch ganz viel Zeit, Liebe, ein beständiges Team sowie ein ausgeklügeltes Konzept, wer sich nach Feierabend und am Wochenende um den Lieben kümmert. All das können wir einem Hund bei SUSHI derzeit leider (noch) nicht bieten und kommen zum Wohle des Tiers immer wieder zu dem Schluss, dass ein Hund derzeit (noch) nicht in unser Umfeld passt. 

Unser Tipp an alle, denen ebenfalls noch ein Office-Dog fehlt: Hunde-Videos können schnelle, und auch im Home Office erreichbare, wenn auch leider nur virtuelle Abhilfe schaffen.

Klischee bei SUSHI erfüllt? 

Office-Dog

 

In diesem Sinne: Ja, wir sind ein Startup - vielleicht auch in manchen Belangen ein klassisches Startup -, dennoch hat das nicht alles Nachteile. Ich für meinen Teil (und mit Konzernerfahrung) kann sagen, dass ich die direkte Kommunikation bei SUSHI sehr schätze und das Gefühl habe, dass Themen auf kürzeren Wegen schneller vorangetrieben werden können als in anderen Organisationsformen. Nichtsdestotrotz ist es eine Arbeitsweise, die einem liegen muss - am Ende ist die Entscheidung für oder gegen ein Startup analog zur Entscheidung für oder gegen ein Großunternehmen - denn: Alles hat sein Für und Wider. Finde für dich raus, was am besten zu dir passt - z.B. mit einem Praktikum oder einer Werkstudentenstelle und nutze die Zeit, die dir während des Studiums gegeben wird, um die verschiedenen Formate kennenzulernen.

Hier ein bisschen Werbung am Rande: Schau doch gleich mal, ob bei den derzeit ausgeschriebenen Stellen bei SUSHI Bikes etwas passendes für dich dabei ist! 🙃